Forensisch-psychiatrische Ambulanz am Universitätsklinikum des Saarlandes - Therapieplätze auch für Rheinland-Pfalz

Seit dem Jahr 2007 können Strafgerichte anordnen, dass sich eine Person, die aus dem Maßregelvollzug, der Strafhaft oder der Sicherungsverwahrung entlassen worden ist, in einer forensischen Ambulanz in eine nachsorgende psychiatrische oder psycho-therapeutische Behandlung begibt oder sich in bestimmten Abständen oder zu bestimmten Zeiten dort vorstellt.

Die hieraus entstehenden Kosten werden indes weder vom Sozialhilfeträger noch von der gesetzlichen oder privaten Krankenkasse gezahlt. Vom Ministerium der Justiz sind deshalb für die Übernahme dieser Kosten zusätzliche Haushaltsmittel zur Verfügung gestellt worden.

Da die Zahl der Therapiezuweisungen in den letzten Jahren stetig gestiegen ist und sich in Rheinland-Pfalz ein bislang nicht gedeckter Bedarf ergeben hat, ist beim Institut für gerichtliche Psychologie und Psychiatrie des Universitätsklinikums des Saarlandes eine forensisch-psychiatrische Ambulanz eingerichtet worden, die im April dieses Jah-res ihre Arbeit aufgenommen hat. Am gleichen Tag haben Justizminister Herbert Mertin und sein saarländischer Amtskollege Peter Strobel eine Vereinbarung über die Anerkennung und Nutzung der Ambulanz unterzeichnet. Für Rheinland-Pfalz stehen damit insgesamt 5 Therapiestandorte zur Verfügung (bislang bereits in Ludwigshafen, Trier, Koblenz und Mainz).

Der Direktor des Instituts für gerichtliche Psychologie und Psychiatrie Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Retz hat am heutigen Tag die Ambulanz bei einer Informationsveranstaltung am Pfälzischen Oberlandesgericht Zweibrücken für den Geschäftsbereich vorgestellt.